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Ein Keller voller Fotos von Alberto

Vier Tage nach dem Begräbnis von Alberto Giacometti am 15. Januar 1966 erschien in der Zeitschrift Die Woche ein Bericht mit dem Titel «Ein grosser Sohn kehrt heim». Doch blieb Giacometti trotz seines langjährigen Wohnsitzes in Paris ein Sohn des Bergells?

Dieser Frage widmet sich eine neue Fotoausstellung. Sie versammelt erstmals möglichst vollständig die Jugendfotografien des Künstlers aus dem Bergell und beleuchtet die Umstände seiner Aufenthalte in der Heimat, wo er wiederholt auch künstlerisch tätig war. Zahlreiche der gezeigten Aufnahmen sind erstmals zu sehen; viele waren bislang einem breiteren Publikum unbekannt.

Die Ausstellung führt von Giacomettis Kindheit in Borgonovo und Stampa über das zweite Familienhaus mit Atelier in Capolago bis hin zu seiner frühen Verbundenheit mit der Berglandschaft, geprägt durch Spiele und Spaziergänge. Ergänzt wird die Schau durch Eindrücke von Bootsfahrten auf dem Silsersee und Besuchen bei Freunden im nahen Engadin.

So entsteht eine dichte, persönliche Erzählung, getragen von den engen Beziehungen zu Eltern, Brüdern, Ottilia sowie zu Verwandten und Freunden. Die Fotografien machen scheinbar Alltägliches sichtbar, das in schriftlichen oder mündlichen Quellen kaum greifbar ist – und erweitern so den Blick auf Leben und Werk Alberto Giacomettis.

Vernissage am 16. Mai 2026

Am 16. Mai 2026 um 15.00 Uhr wird die Fotoausstellung im Salone Giacometti eröffnet. Tosca Giovanoli von Bregaglia Maloja Turismo begrüsst die Gäste und verweist auf die im März von der Schweizerische Post herausgegebene Briefmarke mit einem Werk von Alberto Giacometti.

Anschliessend nimmt Marco Giacometti die Sommerausstellung von Laurie Bischoff zum Anlass, an den 60. Todestag des Künstlers zu erinnern. Beim Begräbnis Giacomettis sangen Schülerinnen und Schüler aus Stampa beim Atelier das Lied «Villaggetto natìo». Dieses wurde kürzlich von Bergeller Primarschulkindern neu einstudiert; die Aufnahme wird im Rahmen der Veranstaltung präsentiert. Im Anschluss kommentiert Marco Giacometti ausgewählte Fotografien aus der Ausstellung.

In ihrer Grussbotschaft geht Valérie Favre-Accola, Standespräsidentin des Kantons Graubünden, auf die Bedeutung von Kulturorten wie Stampa für die Identität der Region ein.

Im Anschluss sind die Teilnehmenden eingeladen, die Fotoausstellung im Untergeschoss des Geburtshauses von Giovanni Giacometti zu besuchen und den Anlass bei einem Apéro im Garten ausklingen zu lassen.