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Zum 125. Geburtstag: Stampa erinnert sich an Alberto Giacometti

Wenige Tage vor Alberto Giacomettis 125. Geburtstag am 10. Oktober fand am Samstag, 3. Oktober 2026, in Stampa die Generalprobe des Theaterstücks «Paris–Stampa – Giacomettis Leichenwagen» von Marek Kedzierski statt. Es war eine Gelegenheit, Alberto Giacometti die verdiente Würdigung durch seine Landsleute zuteilwerden zu lassen. Die Fondazione Centro Giacometti hatte vor einigen Jahren die Idee des Autors und Regisseurs Marek Kedzierski aufgegriffen und sich an die Umsetzung des eigens für diesen Anlass geschriebenen Theaterstücks gemacht.

Andreas Gross, ehemaliger Nationalrat, erinnerte in seiner Einführung an die Bedeutung von Giacomettis Werk, das weltweit die Herzen unzähliger Menschen erreicht hat. Er verwies auch auf die spektakuläre Präsentation der Werke des Künstlers im dänischen Louisiana Museum, dessen Inszenierung eine wilde, schroffe Küstenlandschaft vermittelt, die interessante Parallelen zu den Bergen oberhalb von Stampa aufweist.

Die beiden Schauspielerinnen Stefania Casini und Astra Lanz verstanden es mit ihrer Professionalität und ihrer grossen darstellerischen Kunst, die Emotionen dreier vom leidenschaftlichen und hingebungsvollen Schaffen geprägter und miteinander verflochtener Leben zu vermitteln: jener von Alberto Giacometti, Samuel Beckett und Caroline, der letzten Muse des Künstlers.

Sie liessen Giacomettis künstlerisches Schaffen sowie die historischen und fiktiven Begegnungen zwischen dem Bildhauer aus Stampa und dem irischen Autor Samuel Beckett Revue passieren. Ebenso wurde die bewegte Beziehung Giacomettis zur Prostituierten Caroline erzählt, die mit einer Begegnung im Pariser Rotlichtlokal Chez Adrien begann und sich in seinem staubigen, grauen Atelier fortsetzte, wo zahlreiche Porträts und einige Büsten der Frau entstanden.

Nicht fehlen durfte die Geschichte des roten MG-Cabrios, das mit der Lithografienserie Paris sans fin verbunden ist, ebenso wenig wie jene der letzten Tage Albertos im Kantonsspital Chur. Ein besonderer Moment war das unerwartete Erscheinen des Leichenwagens, der Alberto Giacometti auf seiner letzten Reise am 15. Januar 1966 von Stampa zur Kirche San Giorgio begleitet hatte.

Kedzierski schuf eine zugleich minimalistische und spektakuläre Inszenierung, die für diesen besonderen Anlass an die Turnhalle Samarovan in Stampa angepasst wurde.

Autor und Regisseur sowie den Schauspielerinnen gilt unser Dank Roberto Lisignoli, der für Licht und Ton sowie als Fotograf tätig war, und den Gastgebern vor Ort. Ein besonderer Dank geht an die Associazione Socio Culturale AGHARTI in Chiavenna als Koproduzentin; an das Teatro popolare d’arte Mascarà in Lastra (Florenz), das während der letzten beiden Augustwochen eine Künstlerresidenz in seinen Räumlichkeiten ermöglicht und unterstützt hat; an die Mitarbeiter des Comune di Bregaglia, die den Leichenwagen zum Aufführungsort transportiert haben; an Andreas Gross, der seinen roten MG nach Stampa gebracht hat; sowie an die Comunità montana Valchiavenna und die Fondazione Suor Maria Laura in Chiavenna, Italien, die das Theaterteam während der Proben für die Aufführung in Stampa in ihrer Unterkunft beherbergt haben.

Unser Dank gilt zudem allen, die zur Finanzierung des Projekts beigetragen haben: dem Amt für Kultur Graubünden / Swisslos, der Graubündner Kantonalbank, ewz, der Ernst Göhner-Stiftung und der Kulturkommission der Gemeinde Bregaglia.

Die Premiere des Stücks findet am Donnerstag, 5. November 2026, um 20.30 Uhr in der Sala C. Pedretti des Teatro Sociale in Sondrio statt.

Plätze begrenzt – Reservation: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Fotografien: Roberto Lisignoli
© Fondazione Centro Giacometti