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Die Berge in der Kunst der Giacometti

Berggemälde und echte Berge des Bergells und des Oberengadins im Dialog

Ziel: Eine immersive Videoinstallation bringt einem kunst- und berginteressierten Publikum das vielfältige malerische Werk der im Bergell verwurzelten Künstlerfamilie Giacometti sowie jenes von Giovanni Segantini und Peter Robert Berry II näher.

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Die visuelle Erzählung in Kino-Atmosphäre setzt die eindrückliche Vielfalt der Bergdarstellungen in Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden mit der alpinen Landschaft in Beziehung. So verbindet die Installation Kunst- und Naturerlebnis und fördert einen naturnahen, kulturinteressierten Tourismus.
Die geplante Videoarbeit ergänzt die seit 2026 bestehenden Dauerausstellungen des Centro Giacometti zur Künstlerfamilie. Sie rückt die besondere Verbindung von Kunst, Landschaft und kultureller Identität ins Zentrum und stärkt die Wahrnehmung des Bergells und des Oberengadins als Kultur- und Naturdestinationen.
Inhaltlich und räumlich ist die Videoinstallation optimal mit dem in Zusammenarbeit mit Bregaglia Maloja Turismo realisierten Sentiero Giacometti verknüpft. Dadurch wird sie Teil eines regional verankerten Kulturangebots, das den Ausstellungsbesuch mit der Erkundung der Landschaft verbindet und auch Wanderer anspricht.
Die Besucherinnen und Besucher werden angeregt, die in den Kunstwerken dargestellten Berge auf Wanderungen selbst zu erkunden und aus nächster Nähe zu erleben. Das Projekt schafft damit zusätzliche Anreize, länger in der Region zu verweilen und sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu besuchen. Dadurch trägt es zur regionalen Wertschöpfung bei.

Ansatz: Eine immersive Videoinstallation in einem historischen Heuschober in Stampa
Zwischen 1890 und 1965 haben Giovanni, Augusto und Alberto Giacometti sowie Giovanni Segantini und Peter Robert Berry II in zahlreichen Gemälden und Zeichnungen die Bergwelt des Bergells und des Oberengadins dargestellt. Die Vielfalt ihrer künstlerischen Auseinandersetzungen mit der alpinen Landschaft und die Bezüge ihrer Werke zu konkreten Orten sind bislang erst in Ansätzen gemeinsam erschlossen und präsentiert worden.
Die geplante immersive Videoinstallation führt eine repräsentative Auswahl dieser Werke in einen neuen Dialog mit der heutigen Bergwelt. Auf einer grossflächigen Projektionsfläche verbinden sich hochauflösende Abbildungen von Gemälden und Zeichnungen mit aktuellen Filmaufnahmen und Fotografien der Berglandschaften, historischen Bildern und Aufnahmen von Bergsteigern. Interviews, gesprochene Texte und Musik ergänzen die visuellen Eindrücke und verdichten sie zu einem vielschichtigen, atmosphärischen Erlebnis.
Dabei entstehen überraschende Bezüge zwischen den von den Künstlern dargestellten Landschaften und der heutigen Bergwelt. Die Berge bestehen fort, doch Naturereignisse und menschliche Nutzung haben ihre Erscheinung mancherorts verändert.

Aus der Gegenüberstellung von gemalter und heutiger Landschaft entsteht eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der Natur und der Kultur der Region. Die Installation macht erfahrbar, wie die Künstler ihre Umgebung wahrgenommen und interpretiert haben. Zugleich weckt sie die Neugier, bisher unbekannte Winkel der lokalen Bergwelt selbst zu erkunden und mit eigenen Augen zu erleben.

 

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Stall Martinenga von 1492
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der historische Stall Martinenga in Samarovan bei Stampa. Der dendrochronologisch auf das Jahr 1492 datierte Heuschober wird durch die Projektion zu einem Ort der Begegnung zwischen Kunst, Natur und Geschichte. Die Installation eröffnet neue Perspektiven auf jene Berge, die Künstler über Generationen hinweg inspiriert haben, und lädt dazu ein, die künstlerischen Darstellungen mit eigenen Erinnerungen und heutigen Naturerfahrungen zu verbinden.
Ergänzend kann die Videoinstallation durch eine Präsentation zur Geschichte und Bauweise des Stallgebäudes erweitert werden. Der Stall Martinenga gilt als ältester original erhalten gebliebener Stallbau Graubündens und wurde kürzlich unter Federführung der Denkmalpflege Graubünden aufwendig restauriert. So wird auch das historische Bauwerk selbst Teil der Erzählung über das kulturelle Erbe und die Landschaft der Region.

Erzählung
Die dramaturgische Idee geht von der grossen Zahl an Landschaftsgemälden aus, die die Giacomettis in Stampa, Maloja und im Oberengadin geschaffen haben. Einzelne dieser Werke sind heute in Museen und Ausstellungen zu sehen, meist jedoch losgelöst von ihrem ursprünglichen landschaftlichen und historischen Kontext. Die grosse Mehrheit der Kunstwerke bleibt dem Publikum jedoch verborgen. Die Installation macht diese Bilder in ihrer Vielfalt und in ungewöhnlich grosser Zahl zugänglich und setzt sie in Beziehung zu den Bergen, Tälern und Siedlungsräumen, die sie hervorgebracht haben.
Die Reise beginnt im Bündner Kunstmuseum mit ausgewählten Berggemälden von Giovanni, Augusto und Alberto Giacometti sowie Giovanni Segantini. Von den Gemälden führt eine geographisch geordnete Reise durch das Oberengadin und das Bergell zu jenen Landschaften, die den Künstlern als Inspiration dienten. Panoramen, Farben, Perspektiven und künstlerische Abstraktionen verbinden sich zu einer unmittelbaren Begegnung mit der Bergwelt.
Über den Julier und durch die Region St. Moritz führt die Reise zu den Orten, an denen Giovanni Giacometti unter dem Einfluss Segantinis seine Tätigkeit als Bergmaler entwickelte und sich mit Peter R. Berry II austauschte. In Maloja begegnen wir Segantinis letzten Lebensjahren und der zunehmenden Präsenz der Familie Giacometti im Bergell. Die Gemälde von Giovanni und Alberto erschliessen die Berglandschaft zwischen Silsersee, Piz Lunghin, Piz Lagrev, Corvatsch, Margna und den Gipfeln des Fornogebiets. Geologische Erläuterungen machen zugleich die Entstehung und die besondere Farbigkeit der Bergeller Landschaft verständlich.
Von Stampa aus entfaltet sich die Bergwelt in vier Himmelsrichtungen. Gegen Osten prägen die markanten Bergprofile und die Granittürme das Panorama. Gegen Süden führt der Blick über die steilen, schattigen Hänge zu Piz Grand und Val Bondasca, wo Malerei, Zeichnung, Aquarell, Fotografie und Alpinismus unterschiedliche Zugänge zu den schwer zugänglichen Gipfeln eröffnen. Gegen Norden erhebt sich der Piz Duan über den Maiensässen und dem Tal der Maira. Hier verbinden sich geologische Einblicke mit Erinnerungen an das frühere Leben als Bergbauernbub. Gegen Westen schliesslich öffnet sich der Horizont zu den fernen Lepontinischen Alpen und zur Landschaft von Gordona, begleitet von Albertos Text «Augen am Horizont» und dem Blick eines zeitgenössischen Malers.
Das Video zum Thema der Berge in der Kunst dauert ca. 30 Minuten und ist in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch verfügbar.

Technische Daten
Technisch wird die Installation als nahtlose Grossbildprojektion mit zwei Projektoren und integriertem Edge Blending realisiert. Ein fokussiertes Raumtonsystem erweitert das visuelle Erlebnis um eine akustische Dimension. Die Besucherinnen und Besucher befinden sich dabei nicht vor einer klassischen Abfolge von Bildern, sondern mitten in einer audiovisuellen Landschaft, in der sich Kunstwerke, Fotografien, Filmaufnahmen, Informationen und Musik miteinander verbinden.
Projektoren: Basierend auf einer Leinwand mit Höhe 3.5m und Breite von 11 m sind zwei Beamer des Typs Epson EB-PU2113 vorgesehen.
Das Herzstück des Kinos bildet ein Schutzgehäuse, dass sämtliche Technik beinhaltet und klimatisch geschützt ist, im Sommer wie auch im Winter. Eingebaut sind die beiden Projektoren und die Steuerung für das Abspielen des Films. Des Weiteren eingebaut sind der Verstärker für die Audioanlage, einen Switch sowie div. Sensoren. Das Gehäuse beinhaltet einen Mobilfunkrouter, mit welchem das Kino mit dem Internet verbunden ist. Bei Störungen kann rasch eingegriffen werden. Das Umgebungslicht wird ebenfalls über Bewegungsmelder gesteuert und schaltet ab, wenn der Film startet.
Das Touchinterface besteht aus einer Säule mit einem eingebauten 14“ Touchdisplay. Auf dem Touchdisplay können verschiedene Sprachen ausgewählt werden, die entweder auf den Lautsprechern zu hören sind oder auf den Kopfhörer. Durch Drücken des Vorschaubildes startet der Film.
Die Audiotechnik besteht aus total 3 passiven Lautsprecherarrays, welche links und rechts sowie mittig oberhalb der Leinwand montiert werden.
Videoüberwachung und Fernzugriff: Im Innern des Stalls ist eine Überwachungskamera eingebaut, die primär der Techniküberwachung dient. Die Kameras werden ohne SD-Karte ausgeliefert, d.h. eine Aufnahmefunktion ist nicht vorgehsehen. Richtung Mobilfunkantenne des Bergells ist eine Mobilfunkempfängerantenne eingebaut.
Das Licht wird über Bewegungssensoren gesteuert. Sobald eine Bewegung detektiert wird, schaltet im Innern des Hauses das Licht ein. Das Licht schaltet ab, sobald der Film beginnt und schaltet danach wieder an. Die Lichtsteuerung ist nur zu Betriebszeit aktiv. Die Technik ist komplett im Schutzgehäuse eingebaut.

Produktion und Realisierung
• Produzent: Fondazione Centro Giacometti
• Konzept, Skript, Files, Gemälde und historische Fotos: Marco Giacometti
• Filmaufnahmen der Landschaften, Interviews, Filmschnitt, Sprecher: Team Fernando Tiberini
• Drohnenaufnahmen: Margot Schneider
• Fotos Berge: Gianpiero Mazzoni, Marco Giacometti u. andere
• Technische Umsetzung, Steuerungs-, Bild- und Tongeräte, Überwachungssystem: zu bestimmen
• Schreinereiarbeiten: Nusser AG
• Stalleigentümer: Antonio Giacometti, Stampa

Sollten Sie an einer Beteiligung am Projekt interessiert sein, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Marco Giacometti: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. +41 81 834 01 40. Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit mit Ihnen.

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